26.08.2014

Geschätzte Leserin und Leser!

Du hast es fast geschafft! Die Reise ist zu Ende, du hast (fast) alle Abenteuer ‘hautnah’ miterlebt! Einige von euch haben Wolf Mut zugesprochen, als er es bitter nötig hatte und sich mit uns über die vielen wunderbaren Erlebnisse gefreut. Dafür wollen wir uns bei euch bedanken! Erst einmal nur wortreich, später, wenn die unzähligen Fotos geordnet und in Form gebracht sind, auch, oder besonders mit diesen. Es sind noch viele digitale Leckerbissen da, die bis dato unter Verschluss gehalten wurden.

Also, sei so nett, liebe Leserin, lieber Leser, und besuche dann und wann diese Seite, vielleicht kannst du dann noch einmal mit uns  ‘verreisen’. Solltest du mehr Interesse an einem kommentierten Vortrag haben (den es sicher auch geben wird), dann schicke deine Email-Adresse auf Wolfs Mailadresse.

DIE REISE IST ZU ENDE, ABER NOCH LANGE NICHT VORBEI!

23.08.2014

23.08.2014   Gerasdorf bei Wien  -  Strasshof an der Nordbahn

Sonnig  20 Grad, Abend – es schüttet!

Anruf von Robert und Birgit, unseren beiden Paten von Goliath und David: „Herzlich willkommen – ihr habt sicher genug zu tun, wir wollen euch unterstützen und laden euch zu uns zum Essen ein!“

Echt super! Wir verabreden uns also für 17 Uhr. Den ganzen Tag verbringen wir damit, den Wagen auszuräumen und Wäsche zu waschen – umzuräumen und die zahllosen Behältnisse nach Mitbringseln und sonstigen Überraschungen zu durchsuchen. Der Traktor kommt kurzzeitig in die Garage und das Auto muss wieder geholt werden. Schnell noch einkaufen und dann ist es auch schon  Zeit zu Robert und Birgit aufzubrechen. Auf der Fahrt beginnt es zu regnen, immer dichter fallen dicke Tropfen vom bleigrauen Himmel, bis wir am Ziel sind gibt es bereits sintflutartige Regenfälle. Als wir ankommen grillt Robert gerade unterm Sonnenschirm (umfunktioniert zum Regenschirm – Parasol zu Paraplui) und Birgit begrüßt uns in der Küche, wo es schon wunderbar nach Schwammerln duftet!

Nach einem herrlichen Essen kommen Birgit und Robert zum offiziellen Teil des Abends. Sie wollen von den, mit der Patenschaft verbundenen, Verbindlichkeiten wie „Rettung im Ernstfall“, „Rückholung aus jeglicher sch….. Lage“, „prompte moralische Unterstützung“ und „Besorgen von etwaigen Ersatzteilen“ und, und, und, entbunden werden. Das offizielle Zeremonienschwert wird ausgepackt und nach kurzen, inbrünstigen Dankesworten, werden die Beiden von ihren Aufgaben befreit – keine einfache Entbindung!

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Beide Birgits, Robert und ich sind erleichtert und ich sehe schon einem gemütlichen Abend entgegen, aber „denkste“!  Angeblich hat Präsident Fischer, wie Robert in einer ergreifenden Rede behauptet, ihn beauftragt uns den Orden erster Klasse für Verdienste um das Traktorfahren zu überreichen. So erhält Birgit den Öldruckmesser in Gold mit Myrthe, für korrektes Navigieren und ich bekomme den goldenen Tacho mit Lorbeerblatt bis 150 km/h.

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An dieser Stelle bedanken wir uns offiziell bei Präsident Fischer, aber vor allem bei Birgit und Robert!!! HOCH! HOCH! HOCH!

So viel gelacht, wie an diesem Abend, haben wir schon lange nicht. Natürlich wurde auch eine Traktor-Herbstausfahrt noch ausgemacht, damit wir es nicht gleich wieder verlernen.

Die Reise ist zu Ende aber noch lange nicht vorbei!

22.08.2014

22.08.2014   Inprugg – Gerasdorf bei Wien/Kapellerfeld

Wechselnd bewölkt, 21 Grad     4 ½ Stunden

Am Morgen werden wir vom mittlerweile gewohnten Tröpfeln auf Davids Dach geweckt. Das kann doch nicht wahr sein! Wir beschließen trotzdem alles reisefertig zu machen – das letzte Mal!

Um 8 Uhr 30 kommt die Bäckerin mit dem Auto und  bringt uns frisches Gebäck. Bis wir reisefertig sind hört es auch schon wieder auf zu regnen. Gerade als ich zahlen gehen will, kommt noch eine Reporterin von den NÖN und mit ihr der Campingplatzbesitzer Herr Josef Fischer. Wir machen zusammen ein paar Fotos am Stellplatz und ich beantworte Fragen zur Reise. Nach der Abrechnung darf ich mit dem Gespann sogar durch den Innenhof des über 700 Jahre alten Finsterhofes fahren. Im Hof wird nochmals gestoppt und emsig fotografiert. Danach verlassen wir den schönsten Campingplatz von Niederösterreich und fahren in Richtung Heimat.

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Durch das Tullnerfeld fahren wir über St.Andrä nach Klosterneuburg, weil wir mit der Rollfähre die Donau überqueren wollen. Birgit freut sich schon auf zu Hause, während ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge der Ankunft entgegensehe. Fünf Monate im Wagen leben, tun und lassen was man will, dauernd im Freien sein und nun wieder Haus und Garten und Alltag?

Die Fahrt über die Donau ist natürlich wieder ein Ereignis. Der Betreiber der Rollfähre, ein Slowake, lässt es sich nicht nehmen das Gespann extra – also ohne weitere Fahrzeuge – überzusetzen. Auf der Überfahrt stellt sich heraus, dass er bis zu seinem 12. Lebensjahr mit seinen Eltern in einem ähnlichen Wagen unterwegs war. Birgit ist inzwischen schon am gegenüberliegenden Ufer und macht tolle Fotos und ein Video.

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Die weitere Heimreise verläuft ruhig und wir beschließen noch eine kleine Pause in der Stammersdorfer Kellergasse zu machen. Nach einem „Broterl“ und einem Achterl geht es an den Endspurt. Mir wird immer mulmiger – wie wird die Umstellung, wie wird der Garten aussehen, was wird mich in der Schule wieder erwarten? Alles Fragen die mir durch den Kopf schwirren und dann biegen wir schon in die Feldgasse ein. Zwei, drei Mal hupen, eine Türe öffnet sich und Patricia winkt uns zu.

Ingrid, Patricia und Paul, die liebsten Nachbarn der Welt, haben unser Haus und den Garten zwei Monate lang bestens betreut. Die drei Monate vorher hat Birgit den „Laden geschupft“. Dafür bedanke ich mich bei euch allen aufs Herzlichste– ohne euch hätte ich die Reise wohl nicht so locker angehen können!

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Ingrid, Patricia und Paul sind gleich mit einer Flasche Sekt an Ort und Stelle und wir stoßen auf unsere heile Ankunft an. Auch Werner, ein weiterer Nachbar, kommt mit seinem Enkerl am Arm dazu.

Als ich das Haus und den Garten bestaune, fühle ich mich gleich wieder zu Hause. Eine schöne, aufregende, oft auch unangenehme, aber die meiste Zeit überwältigende, Reise ist vorerst zu Ende. Sie ist zu Ende, aber noch lange nicht vorbei, wie ich bei der anschließenden kleinen Feier bei den Nachbarn (und wie es der nächste Abend auch zeigen wird) bemerke. Es ist noch viel zu berichten, viele Fragen zu beantworten und vieles aufzuarbeiten. Ungefähr 5000 Fotos, ca. 3 Kilo Reiseprospekte, unzählige Visitenkarten, 5 Kilo Post, 7 Pakete und gefühlte 2 Tonnen Schmutzwäsche – Arbeit für Wochen!

21.08.2014

21.08.2014 Erlaufsee – Inprugg/Neulengbach

Wechselnd bewölkt, windig, kalt 12-15 Grad   6 Stunden

Es ist hell in der Früh??? Scheinwerfer? Marienerscheinung? Weltuntergang? Nein, noch besser: die Sonne scheint! Hochmotiviert frühstücken wir ausgiebig und starten dann Goliath, der etwas verkühlt scheint, doch nach ein paar Rauchwölkchen „schnurrt“ er wieder normal. Weil wir sowieso zurück nach Mariazell müssen, fahren wir durch, stoppen für schöne Bilder

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und starten dann erst die Weiterfahrt. Die Route führt uns über das Gschaid und St. Aegyd am Neuwald durch die Voralpen, am Fuße von Gippel und Göller bleiben wir kurz stehen, weil Wolf „Cousins“ von Goliath (18er Steyr) entdeckt, die er unbedingt fotografieren möchte. An unserem Standplatz fährt zugleich ein Bauer mit seinem Traktor vorbei, hält und erkundigt sich nach unserer Fahrt, die ich ihm in groben Zügen schildere. Es geht weiter durch die Kalte Kuchl in die Hölle

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und schlussendlich auf den Finsterhof, einen 700 Jahre alten Vierkanter, der auch als Campingplatz dient. Ganz alleine „bewohnen“ wir die Belletage und genießen, nach einem Süppchen mit Wursteinlage, den Sonnenuntergang (!).

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20.08.2014

20.08.2014  Mariazell/Erlaufsee

Regen, stark bewölkt 15 Grad

Das mehr oder weniger leise Tröpfeln auf das Wagendach begleitet uns die ganze Nacht, wie auch am Morgen. Da wir damit gerechnet haben, wird das Aufstehen verzögert und danach erst einmal ausgiebig heiß geduscht. Der Blick in’s Internet verrät uns die Busverbindungen vom See in die Wallfahrtsstadt, nur 20 Minuten Zeit um stadtfein zu werden!

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Die Basilika präsentiert sich perfekt renoviert, außen wie innen, nur der graue Regenschleier lässt den Glanz etwas verbleichen. Nachdem wir uns innen über die historische Entstehungsgeschichte informieren: Mönch Magnus von St. Lambrecht wird in die Mariazeller Gegend geschickt um Gläubige zu betreuen, bleibt an einem unüberwindbaren Felsen hängen, bittet seine handgeschnitzte Maria Mutter Gottes um Hilfe, diese spaltet den Felsen und Magnus kann weiterziehen. Natürlich errichtet er an dieser Stelle eine Gedenkstätte und seine Bleibe. Heute findet man diese „Magna Marta Austriae“ aus dem 12. Jht in dem versilberten Altar in der Mitte der Basilika,

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in der ursprünglich gotischen Kapelle, die einst von Ludwig I. von Ungarn und seiner Frau Elisabeth gespendet worden war. Bei einer der zahlreichen Umbauten spendeten auch Franz I. und Maria Theresia, sie ließen von Wiener Goldschmieden das Silbergitter anfertigen. Genug Historisches, keine Aufzählungen der Papstvisiten und Kardinal Franz König Verehrungen, hinaus auf den Vorplatz,

zum schnöden Mammon und leiblichen Genüssen in Form von wunderbar weichen Lebzelten und Andenken und allerlei Schmonzes. So wurde aus dem verregneten Tag doch noch ein Kultur- und Kaufgenuss, in einer Regenpause schaffen wir es sogar trockenen Fußes zurück zum Erlaufsee.

19.08.2014

19.08.2014    St.Stefan ob Leoben – Erlaufsee

Stark bewölkt 18 Grad                   8 Stunden

Wolf macht zum Frühstück einen köstlichen süßen Sterz mit Äpfeln! Dabei wird er alllerdings unterbrochen, weil plötzlich laute Motoren brummen und der Parkplatz beim Festwald von Bundesheer-LKWs vollgestellt wird. Was soll das??? Die Soldaten sitzen ab, sichern das Gelände – nur wir sind ausgenommen, wie Wolf hören kann. Wir frühstücken dann doch in Ruhe und verfolgen das Spektakel,

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Wachen werden postiert, andere LKWs in den Wald gestellt und getarnt, Funkverbindungen aufgebaut und Pfeifsignale vereinbart. Rund um uns ist Truppenübungsplatz – hoffentlich sind sie wieder weg, wenn wir fahren wollen! Tatsächlich sind die meisten LKWs rund eine Stunde später weg und wir können unsere Tour problemlos fortsetzen. Es gilt das trockene Wetter zu nutzen! Wolf fährt die erste Etappe bis Bruck an der Mur, in Leoben machen wir davor noch Pause und schlendern durch die Altstadt, auf der Suche nach Reibern und anderen Dingen „stolpern“ wir über einen Markt wo wir Käse und Selchwürste einkaufen. Gut eine Stunde später geht es weiter Richtung Mariazellerland. Leider finden wir keine Möglichkeit nach St. Lorenzen zu kommen (die B 116 wird zur Schnellstraße!), also nehmen wir gleich die B 20 von Bruck . Hinein in das enger werdende Tal, bereits mit Westen und Jacken versorgt, der Fahrtwind ist empfindlich kühl! Wo ist der Sommer??? Leider werden auch die Wolken dichter und beim Anblick des Hochschwab wird uns klar, dass wir schleunigst einen Stellplatz brauchen, es regnet. Rund 1 ½ Stunden dauert der, teils starke, Regen, dann wird es Gott sei Dank heller und wir können den steirischen Seeberg in Angriff nehmen. Diesmal steht mir die Ehre zu den Pass mit dem Gespann zu erklimmen -  es gelingt, dank Goliaths Kraft!

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Wir fahren an Gusswerk, Rasing und Mariazell vorbei, weil der steirische Campingplatzführer am Erlaufsee einen Stellplatz anzeigt. Dort angelangt, finden wir das Büro verwaist vor, da es aber keine Zufahrtsschranken gibt, sucht Wolf einen Platz, auf dem wir uns einstweilen einparken. Der Campingplatz ist gut besucht und bald stehen erste Staunende und Interessierte beim Gespann. Es wird kurz fachgesimpelt und erzählt, dann ziehen wir uns bald zurück, weil wir von der langen Fahrt geschlaucht sind.

18.08.2014

18.08.2014   Murau – St. Stefan ob Leoben

Sonnig, frischer Wind 22 (gefühlte 16) Grad       5 ½  Stunden

Der Vormittag wird, neben dem Reisefertig-Machen, noch für kleinere Hilfsdienste wie Schwammerlneinkochen und Rasenmähen verwendet. Man merkt schon, dass den Eltern der Abschied nicht leicht fällt, uns auch nicht, so schön war die warme Dusche am Morgen und das fertige Frühstück in der warmen Stube und und und! Aber die Zeit drängt ein wenig, da wir das gute Wetter der beiden nächsten Tage zum Fahren nutzen wollen. So starten wir gegen 13Uhr Goliath, der dabei leicht hustet, aber gleich wieder im gewohnten Takt tuckert. Zuerst entlang der Murtalbundesstraße, bis Scheifling gibt es keine Alternative, dann aber können wir ausweichen auf die Nebenstraßen des Murtalradweges, die teils für den normalen Verkehr gesperrt sind, nicht aber für Zugfahrzeuge, Karren und Landmaschinen (irgendwo dazwischen sind wir, oder?!)! Sehr beschaulich und ruhig geht es neben der Mur und den Gleisen der Murtalbahn

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Richtung Judenburg, das wir aber nicht besuchen, sondern über Pöls und Fohnsdorf weiträumig umfahren. Nächste Station: Red Bull Ring – Spielberg. Weil wir quasi direkt daran vorbei fahren, machen wir einen Abstecher zum ehemaligen Österreichring, außerdem wäre es doch lustig mit Goliath eine Runde zu drehen :-)!

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Das geht leider nicht, weil gestern irgendein Rennen war und heute immer noch Motorräder in hoher Geschwindigkeit über den Ring rasen. Dank des Tipps eines Securitymannes bei der Parkplatzeinfahrt, nehmen wir den Weg hinauf zum Gasthof, der einen schönen Blick über weite Teile des Rundkurses ermöglicht.

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Beeindruckend, wenn auch nicht so, dass man beim nächsten Grand Prix unbedingt dabei sein möchte. Schon die Zweiräder machen einen Höllenlärm! Da ist die gemütliche Landstraße Richtung Knittelfeld schon passender. Wir beobachten die Bauer, die allerorts hektisch Ernte und Heu einholen. Bei St. Lorenzen treffen wir Brigitte noch einmal, sie bringt uns das Abendessen und Frühstück auf ihrem Weg nach Wien – Danke sehr! Danach sind wir auf Nachtplatzsuche, Preg bringt nix, aber am Mittelpunkt, der eigentlich der Schwerpunkt der Steiermark ist, werden wir fündig. Der Festwald ist unser Nachtquartier.

17.08.2014

17.08.2014    Murau – Etrachsee – Murau

Wenig bewölkt 20 Grad

Besonderen Gästen muss man Besonderes bieten, nach dem köstlichen Frühstück, verfrachten wir (Birgitx2, Robert und Wolf) uns in’s Auto und starten in eine der schönsten Gegenden der Steiermark, in die Krakau. Gott sei Dank hält das Wetter, was der Wetterbericht versprochen hat, die Sonne blitzt hervor, nur die Temperatur könnte sommerlicher sein! Nach rund 30 Minuten haben wir das Fahrtziel erreicht und begeben uns nun zu Fuß weiter, entlang des wunderbaren Etrachsees,

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Richtung Rudolf Schoberhütte. Nicht, dass wir es versprochen hätten oder, dass die folgenden Ereignisse vorhersehbar sein konnten – in knapp 5 Stunden kommen wir nicht zur Hütte, die kaum 1 ½ Stunden entfernt ist! Natürlich sind die Umstände dieses Märchenwaldes nicht unbekannt, Neulinge seien aber gewarnt, Schwammerlsuchfieber ist hochansteckend und der Neid kann chronisch werden! Ein kleines Eierschwammerl hier, ein Fliegenpilzerl

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da, die Riechorgane sind in Alarmbereitschaft, wo verstecken sich die hier ansässigen Herren- und Steinpilze? Sie sind unter den Tannennadeln und vom Moos fast verdeckt, Roberts Superspürnase und dem scharfen Blick entgeht nur wenig! Wenngleich wir alle den einen oder anderen Fund aufweisen können, bringt ER Pilze am laufenden Band! Sogar in fremden Forsten wird gewildert, ER ist nicht aufzuhalten. In weiser Voraussicht haben wir schon ein Körberl und Stoffsackerln mitgenommen, fast zu wenig. Der glückliche Zufall, oder ist es auch Vorsehung (?), will es, dass wir den spazierenden Eltern mitten im Schwammerlwald begegnen. Sie werden Zeuge einer äußerst seltenen, exotischen Sportdisziplin, dem Herrenpilz-über-Bach-Wurf.  Auch sie kommen nicht mit leeren Händen, was fast verwundert, haben wir doch das Gelände davor schon abgegrast (offensichtlich sind ein paar Pilze erfolgreich in Deckung gegangen).

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So lassen wir die Schoberhütte, Hütte sein und spazieren gemeinsam zurück zum Forellenwirt am Etrachsee, um schnell zum Lärchberg zu fahren und die knackigen Pilze im Bröselhemd zu verspeisen. Weitere Ausführungen erspare ich euch, werte Leser…

16.08.2014

16.08.2014   Murau

Regen, wechselnde Bewölkung  15 Grad

Heute sind alle schon früh wach, weil wir viel erledigen müssen, wir erwarten nämlich Besuch! Einkaufen, Schwammerln putzen, Betten überziehen und schon ist der Vormittag fast um. Gegen 13 Uhr sind sie da, Birgit und Robert! Auf ihrer „Einkaufstour“ zum Gady besuchen sie uns, quasi auf der Heimfahrt. Nach dem Wald- und Wiesenmenü und Kaffee und Kuchen, rollen wir uns in die Stadt,

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hinauf auf den Laurenziberg und wieder runter zur Brauerei Murau. Bei diesem „Verdauungsspaziergang“ werden wir immer wieder vom Regen angefeuchtet, also machen wir zuletzt noch im GH Ferner Station. Eine kleine Jause am Lärchberg, mit Eigenimport-Wein aus Frankreich, beendet diesen schönen Tag voller Erinnerungen und Blödeleien.

15.08.2014

15.08.2014  Murau

Wechselnd bewölkt 12-20 Grad, Gewitter

Der Feiertag beginnt entspannt, die restlichen Schwammerln wollen geputzt und/oder für’s Trocknen geschnitten werden, andere kleinere Tätigkeiten stehen auch noch an – aber alles muss vor 13 Uhr erledigt werden! Dann beginnt nämlich beim Gasthaus Ferner, gleich am Fuße des Lärchberges, der Samson-Umzug. Der Samson ist eine knapp 5 Meter große Riesengestalt, biblischen Ursprungs, er hat einstmals Philister erschlagen, mit einem Kieferknochen. Diese 80kg schwere Puppe wird von einem (!) Mann beim Umzug getragen (er hat 4 Burschen, die ihn beim Gehen unterstützen!), der von der Murauer Garde geleitet wird.

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Bei jedem anständigen Bürger (der genug für die Garde, oder den Samson gespendet hat) wird angehalten und von der Garde eine Salve abfeuert und der Samson tanzt eine Runde zum Walzer der Musikkapelle. Ein echtes Spektakel!

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So zieht der Tross vom Ferner über den Hauptplatz und Markt bis zum Stadttor (Friesachertor), wo Heurigenbankerln stehen, eine Bierausschank und natürlich der berühmte Grenadiermarsch der Garde aufgetischt wird. Wir lassen und vom Treiben unterhalten und nehmen zur Verdauung noch ein Schnapserl bei den Marketenderinnen. Die dunkelgrauen Wolken drohen bereits und kurz nach dem letzten Tanz des Samson beginnt es zu tröpfeln. Wir eilen zum Lärchberg in die gute Stube, wo schon ein Henderl im Rohr schmort. Hoffentlich kann Goliath uns mit den dicken Bäuchen noch „tragen“!